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Feiner Fußball – ein Bildungsprojekt für Toleranz und Vielfalt im Fußball

Jan Duensing war Teilnehmer der 22. Runde der Civil Academy und wollte mit seinem Projekt aktiv ein Zeichen gegen Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit im Fußball setzen. Mittlerweile hat er mit seiner Initiative Feiner Fußball, die seit Anfang 2016 offiziell unter dem Dach des "Gerede - homo, bi und trans e.V." in Dresden besteht, nicht nur den Engagementpreis der FES-Ehemalige e.V. gewonnen. Seit Kurzem ist er auch frisch gewählter Engagement-Botschafter für das Jahr 2017! Wir haben Jan zur Entstehungsgeschichte seines Projekts und seinen Erfahrungen interviewt.

Erzähl uns von Deinem Projekt 

"Feiner Fußball" setzt sich ein für die Rechte von homo-, bisexuellen und transidenten Menschen im Fußball, besonders in der Region Dresden und Ostsachsen. Wir machen Workshops, um das Thema in Vereine und Institutionen zu bringen und betreiben Lobbyarbeit, damit es präsent wird. Die Arbeit von Feiner Fußball ist darauf angelegt, eine Sensibilisierung gegenüber stereotypen Geschlechterrollen und eine Prävention in Bezug auf Diskriminierung – speziell gegenüber nicht-heterosexuellen Akteuren und Akteurinnen – im Fußball zu erreichen.

Woher nimmst Du Deine Motivation für Dein Projekt? Wie kamst Du auf die Idee? 

Ich habe selber 13 Jahre lang aktiv Fußball gespielt und 4 Jahre lang Jungendmannschaften trainiert. Als ich mein Studium in Dresden begonnen habe, habe ich angefangen, mich beim "Gerede" zu engagieren. Hier habe ich mit dem Projekt "Liebesleben" in Schulklassen Workshops zu sexuellen Identitäten durchgeführt. Irgendwann kam bei mir der Wunsch auf in den Fußball zurückzukehren und meine Erfahrungen aus der LGTB-Rechtsarbeit dort einzubringen. Da ein derartiges Projekt in Sachsen zum damaligen Zeitpunkt nicht existierte, haben wir im Verein beschlossen dieses zu gründen. Das war "Feiner Fußball". 

Du warst Teilnehmer der 22. Runde der Civil Academy. Was hat das für Dich bedeutet? 

Ich habe bei der Civil Academy den Austausch mit den anderen Teilnehmenden genossen. Ich bin vielen Menschen begegnet, die großartige Visionen für eine bessere Gesellschaft haben und ich bin sehr dankbar, dass ich diese Gelegenheit bekommen habe. 

Wie ging es mit Deinem Projekt nach der Civil Academy weiter? 

Die Civil Academy hat viele Ansätze für Neues in unserem Projekt geliefert. Nach einigen Umstrukturierungen im Team und der Arbeit sind wir heute Stipendiat bei "startsocial" und erhalten dort eine Beratung. In dieser Arbeit entdecke ich viele Dinge wieder, die ich bereits bei der Civil Academy gelernt habe, und darum bin ich sehr froh. 

Was waren Herausforderungen und Hürden, was war bisher Dein größter Erfolg mit Deinem Projekt? 

Ich betreibe mein Engagement neben meiner beruflichen Tätigkeit. Da bleibt nicht immer allzu viel Zeit und Dinge fallen hinten runter. Außerdem fühlen sich Menschen nicht ausreichend gewertschätzt, wenn man nicht immer unmittelbar kommuniziert. Das ist etwas, was ich auf die "harte Tour" lernen musste und wodurch es immer wieder zu Veränderungen im Projekt kam. 

Was hast Du aus der Civil Academy mitgenommen? 

Die Civil Academy hat dazu beigetragen, dass ich strukturierter an Dinge herangehe und keine Angst mehr vor wirtschaftlichem Denken habe, auch wenn ich im Non-Profit Sektor tätig bin. 

Was sind Deine Pläne für die Zukunft des Projekts / Deine persönlichen Pläne? 

Das Ziel ist natürlich die Verstetigung des Projekts. Langfristig werde ich mich zurückziehen und mich neuen Projekten zuwenden. Auf die gemachten Erfahrungen werde ich aber sicher immer wieder zurückgreifen.