#Reinschauen

peaz.org

Isabelle Mierau war Teilnehmerin der 27. Runde der Civil Academy. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie eine Plattform aufgebaut, die junge engagierte Menschen zusammenbringt. Woher Isabelle ihre Motivation nimmt erfahrt ihr im Interview mit ihr.

Erzähl uns von Deinem Projekt 

Peaz.org ist ein kompetenzorientiertes Online-Netzwerk, das junge engagierte Menschen zusammenbringt. Auf peaz.org können sich Menschen finden, die an ähnlichen Werten und sozial-ökologischen Themen interessiert sind. Das Profil sowie die Suchfunktion bestehen aus folgenden Fragen:

1. Welche Themen beschäftigen dich?

2. Welche Werte sind dir wichtig?

3. Welche Fähigkeiten hast du?

4. Was suchst du/was brauchst du?

5. In welcher Region lebst du/setzt du dich ein?

Die Profilangaben funktionieren wie Hashtags, sodass gezielt Menschen mit bestimmten Fähigkeiten und Interessen gefunden werden können. Unser Ziel ist es, ehrenamtliches Engagement auf diese Weise zu digitalisieren, zu erleichtern und auch kleinen Projekten die Möglichkeit zu geben, selbst ohne finanzielle Mittel, die richtigen Mitstreiter* innen zu finden. Langfristig sind noch weitere Funktionen geplant, unter anderem die Möglichkeit, online zu spenden und die Veröffentlichung einer entsprechenden App. Auch Aspekte wie Daten- und Umweltschutz sind uns bei der Umsetzung wichtig, weshalb kein Drittanbieter Zugriff auf die Nutzerdaten erhält und unser Server mit erneuerbaren Energien betrieben wird.

Woher nimmst Du Deine Motivation für Dein Projekt? Wie kamst Du auf die Idee? 

Durch mein Engagement bei Greenpeace habe ich das Gefühl kennengelernt, sich mit inspirierenden Menschen gemeinsam für unseren Planeten einzusetzen. Dieses Gefühl möchte ich gern teilen. Eine Person allein fühlt sich schnell ohnmächtig, wenn sie sich den großen Problemen der Welt stellen will. Zu sehen, wie viele Menschen hinter demselben Ziel stehen, kann dagegen umso motivierender sein. Im alltäglichen Leben allerdings begegnet man nur einem Bruchteil dieser Menschen. Wir haben uns daher ein Konzept zu überlegt, wie jede*r Engagierte Kontakt zu jeder/jedem anderen Engagierten aufnehmen und diese dabei nach den wichtigsten Kriterien filtern kann.

Du warst Teilnehmer der 27. Runde der Civil Academy. Was hat das für Dich bedeutet? 

Die Teilnahme an der Civil Academy war für mich der perfekte Einstieg ins Thema Vereinsgründung und social Entrepreneurship. Ich habe sehr von den Seminaren und Dozent*innen profitiert und bin dankbar, eine breite Palette an Kompetenzen, Kontakten und Informationen zur Verfügung gestellt bekommen zu haben, die ich nun für peaz.org und weitere Projekte einsetzen kann. Inspirierend waren dabei vor allem die Kontakte mit anderen engagierten Menschen. Teilnehmer*innen der Civil Academy finden sich nämlich in einem großen Netzwerk voller motivierter Menschen wieder, die zeigen, dass es möglich ist, die Welt zu verändern.

Wie ging es mit Deinem Projekt nach der Civil Academy weiter? 

Nach der Civil Academy startete unsere Plattform peaz.org zunächst mit 100 Testnutzer*innen. Dies ermöglichte uns einen engen Kontakt zwischen Nutzer*in und Entwickler*in und half uns in der Anfangsphase, die Funktionen und die User Experience zu optimieren. Nun streben wir einen organischen Wachstum des Netzwerks an, was bedeutet, dass wir zunächst einzelne Personen und Organisationen auf der Plattform aufnehmen, anstatt großflächig für uns zu werben. Dadurch bleibt uns die enge Zusammenarbeit mit den Nutzer*innen erhalten und wir können unsere Fördermittel in eine qualitative Weiterentwicklung investieren, da wir keine Ausgaben für kostenintensive Werbemaßnahmen haben. So können wir bereits in diesem Jahr als erstes soziales Netzwerk für engagierte Menschen eine App veröffentlichen, die uns „Changemaker“ jetzt auch mobil vernetzt.

Was waren Herausforderungen und Hürden, was war bisher Dein größter Erfolg mit Deinem Projekt? 

Die größte Herausforderung für uns war zunächst die Findung einer passenden Rechtsform. Dank der Civil Academy habe ich jedoch einen guten Überblick über die Vor- und Nachteile der Vereins- und Unternehmensgründung bekommen, sodass auch diese Herausforderung für unser Team zu meistern war.

Was hast Du aus der Civil Academy mitgenommen? 

Neben vielen neuen Freundschaften und schönen Erinnerungen habe ich vor allem einiges an Wissen und neuen Fähigkeiten von der Civil Academy mitnehmen können. Auch auf die Unterlagen, Präsentationen und E-Books greife ich immer wieder zurück.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft des Projekts / Deine persönlichen Pläne? 

2019 veröffentlichen wir die PEAZ-App, die kostenlos in allen Appstores erhältlich sein wird. Außerdem wollen wir peaz.org ständig weiterentwickeln. Aktuell arbeiten wir an einem neuen Design mit neuen Funktionen und stehen dazu immer in engem Kontakt mit unseren Nutzer*innen. Ich selbst strebe nun einen Master in Entrepreneurship an und habe die Vision, dass Werte wie ökologische Nachhaltigkeit und Gemeinwohl auch in unserem Wirtschaftssystem etabliert werden können und müssen, um eine menschenwürdige Zukunft für alle zu erreichen.

Kontakt

office@peaz.org